letzte Aktualisierung dieser Seite, am: Donnerstag, 22. Juli 2010
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Nach meiner Reise im November (zur Herbstlaubfärbung), werde ich diese HP mit neuen Fotos, Texten und völlig anderer Gestaltung veröffentlichen. |
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Der
Strom kommt natürlich auch aus der Steckdose.
Das Netz liefert aber 110
Volt mit 50 Hz ( in Westjapan teilweise auch 60 Hz)
Die Steckdosen haben
eine andere Norm... Adapter nicht vergessen. Die hier auf den Fotos sichtbaren
" wilden Stromkabel " passen ja eigentlich gar
nicht zur Präzision der Japaner. Stimmt... aber da eben die Erde ab und an
mal bebt, können die Japaner keine unterirdischen Strom- oder Gasleitungen
verlegen.
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Straßenverkehr:
( ...und Fahrradfahrer...) Besonders in den Ballungsräumen ist der
Straßenverkehr natürlich recht gewaltig. Es läuft aber in Japan alles sehr
ruhig und schon fast zuvorkommend ab. Mir sind besonders in kleinen Orten immer
wieder die vielen Fußgängerüberwege aufgefallen, die man sich nicht ( wie
oft bei uns) "erkämpfen" muss. Wie überall in der ganzen weiten
Welt, sind die Fahrradfahrer eine regelrechte Plage. In Japan gibt es, weil wirklich der Platz dafür fehlt, keine extra Fahrradwege
( oder sehr selten ). So mogeln sich also
die Fahrradfahrer zwangsläufig auf den Fußwegen durchs Gedrängel ...das aber mit
einer erstaunlichen Rücksichtslosigkeit, die einem hierzulande eher von
Fahrradkurieren geboten wird. Da Japaner unangenehme Situationen gern
ignorieren, sollte man keine Entschuldigung erwarten, wenn man von einem
Fahrradfahrer mal unsanft angerempelt wird.
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Lächeln: Gefühle
werden in Japan im allgemeinen verhalten und nicht in der Öffentlichkeit
ausgedrückt. Japaner ziehen es vor, Gefühle in der Öffentlichkeit eher nur
anzudeuten. Sie lächeln mit Mund und Augen und nicht mit dem ganzen Körper.
Lächeln drückt Freude aus, aber auch Verlegenheit oder Verwirrung. Lächeln
kann aber auch Ärger oder Trauer verbergen.
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Ärger: Ärger
auszudrücken gilt in Japan als unschicklich.
Von Erwachsenen wird erwartet,
das sie ihren Ärger verbergen. Dies gilt auch, wenn man sich völlig sicher
ist, in dem einen oder anderen Fall im Recht zu sein. So habe ich diese
Situationen zum Beispiel bei Verkehrsunfällen mit "Blechschaden"
erlebt. Was sich also hierzulande bei solchen "Ereignissen"
abspielt, kann man in Japan wohl kaum nachvollziehen.
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Wünsche: Wünsche
sollten anderen gegenüber nicht direkt geäußert werden. So wird vermieden,
dass der Andere eventuell in eine Verlegenheit kommt, falls dieser Wunsch
nicht zu erfüllen ist. Nun, dass heißt
selbstverständlich nicht, dass Japaner keine Wünsche haben... wie hier auf dem
Foto ( fotografiert in einem Schrein in Kamakura ) werden
in solchen buddhistischen Stätten gerne allerlei Wünsche auf Zettelchen und
Holztafeln geschrieben und dort hinterlegt. In diesem Schrein zum Beispiel gab
es eine kleine Höhle mit einem Wasserlauf. Dort konnte man Geld in kleine Körbe
legen und waschen. Das bringt Glück und vermehrt die Chancen, an genügen Geld im
Leben zu kommen...
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Ignorieren: Japaner
haben die Fähigkeit, Dinge oder Situationen zu ignorieren, die anderen
peinlich sein könnten. Niemand würde eine Person anstarren, der etwas
peinliches passiert ist. Diese etwas komplizierten Regeln sind natürlich auch
manchmal für Japaner anstrengend. Bei Feiern können Japaner schon mal
"alle Fünfe gerade sein lassen" und auch ordentlich "die Sau
raus lassen".
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Orientierung
in der Stadt: Straßennamen sind in Japan nicht üblich. Hauptverkehrsstraßen haben Namen, die sozusagen zur groben Orientierung dienen. Die Suche nach einer Adresse ist daher manchmal etwas kompliziert. Tokio ist zum Beispiel in 12 große Bezirke (-ku) eingeteilt. Innerhalb dieser Bezirke gibt es Stadtteile (-machi). Die Stadteile sind in -chome unterteilt. Es gibt aber überall an den Eingängen der Viertel und auch an den jeweiligen Bahnhöfen Lagepläne. Dort sind dann die Häuserblocks (-banchi) und die Gebäude (-go) eingetragen. Wie ich schon geschrieben habe, richten sich die Hausnummern nicht nach der Reihe, wie sie eben stehen, sondern danach, wie sie erbaut worden. So kann also neben der Hausnummer 2 die Hausnummer 18 stehen. Ich denke, die vielen öffentlichen Telefone in Japan sind daher auch recht hilfreich, wenn man also wirklich nicht mehr weiter weis, und sich telefonischen Rat holen muss. Trifft man einen Briefträger, hat man großes Glück, denn die arbeiten immer im selben Bezirk und kennen sich daher immer sehr gut aus. Perfekten Rat bekommt man auch in den kleinen Polizeistationen (koban), die natürlich auch einen genauen Lageplan haben.
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Was
bringt Unglück?: Vor allem die Zahl 4. Diese wird "shi"
gelesen und dieses Wort steht auch für Tod. Wie es bei uns in Hotels kein
Zimmer mit der Nummer 13 (und in Flugzeugen kein Sitzplatz mit dieser Nummer
)gibt, fehlt in Japan die Zimmernummer 4. Überhaupt wird vermieden, was an
den Tod erinnert. Man darf seine Essstäbchen auch nicht senkrecht in den Reis
stellen, denn so wird der Reis vor dem Hausaltar den Seelen der Verstorbenen
dargeboten. Man sollte auch keine Speisen vom Stäbchen eines anderen
abnehmen, denn auch dies ist eine Handlung die im Zusammenhang mit der Toten -
Zeremonie steht. Man versteckt, wenn ein Leichenwagen vorbei fährt auch
seinen Daumen, denn der Daumen heißt "oya-yubi", also Eltern -
Finger, und seinen Eltern möchte man ja kein Unglück wünschen. Beim
schlafen vermeiden Japaner die Ausrichtung des Kopfes in Richtung
Norden... weil so die Toten aufgebart werden.
Glück bringt unter anderem Nekko ( die Katze )
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gesellschaftliche Veränderungen: Allgemein bekannt ist, dass
traditionell in Japan das Gruppendenken und Teamgeist favorisiert wird.
Besonders bei meinem letzten Aufenthalten in Japan ist mir aufgefallen, dass in
dieser Hinsicht eine Veränderung statt findet. Besonders in den großen
Ballungsräumen Japans ist dies auffällig. Vor allem Jugendliche möchten
von der "Gleichschaltung" abweichen. Dies zeigt sich durch (für
japanische Verhältnisse) schrille Kleidung und durch eine
"Blondierungswut". Wobei mir persönlich eine japanische Frau in
ihrer normalen Haarfarbe tausendmal lieber ist. Leider ist auch der Einfluss
der amerikanischen "Kultur" sehr stark geworden, was sich mir in einem so
traditionsreichen und kulturellen Land wie Japan einfach nicht erschließen
will.
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Zu lange in Japan...?
Als normaler Tourist wird man Japan selbstverständlich als sehr angenehmes Reiseland erleben und diese Erinnerungen werden so ein Leben lang bestehen. Ist man längere Zeit in Japan, fallen einem erst die (meist) netten Eigenarten dieses Landes auf. Anfangs wird man noch über so manche Eigenart der Japaner lächeln, doch wenn man erst einige Zeit in Japan verbracht hat, wird man feststellen, dass auf einmal viele Dinge gar nicht mehr so merkwürdig sind... Dieser Text ist wirklich nur als kleiner Spaß gedacht und wird sich in der Regel nur Dem erschließen, der öfter und/oder längere Zeit in diesem ansonsten wunderschönen Land verbracht hat... Du weißt, dass Du schon zu lange in Japan bist, wenn...
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