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letzte Aktualisierung: Donnerstag, 22. Juli 2010 |
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Japanisch... 日 本 語 |
| Nach meiner Reise im November (zur Herbstlaubfärbung), werde ich diese HP mit neuen Fotos, Texten und völlig anderer Gestaltung veröffentlichen.. | |
Der Ursprung der japanischen Sprache ist nicht ganz geklärt. Man vermutet aber, dass sie zur uralo-altaischen Sprachfamilie zählt. In dieser Sprachfamilie ist Koreanisch dem Japanischen am nächsten. Die Aussprache: Japanisch ist eine Silbensprache. Es gibt nur einen einzigen, freistehenden Konsonanten ("n"), alles andere sind offene Silben (also immer Konsonant+Vokal). Wie im Deutschen gibt es die Vokale a, i, u, e und o (da sie an erster Stelle stehen heißt das japanische Alphabet nicht ABC, sondern "Aiueo"). Die Aussprache des Japanischen ist, verglichen z.B. mit Chinesischen, recht einfach. Feine Betonungsunterschiede und die Langvokale ô und û sind die einzigen Stolpersteine. So zum Beispiel das Wort "Hashi". Je nach Betonung kann es "Brücke", "Kante" oder auch "Essstäbchen" bedeuten. Es gibt sehr viele Homonyme, also Wörter gleicher Aussprache aber unterschiedlicher Bedeutung. Beispiel: "Koukai". Hat über 11 Bedeutungen. Entweder man begreift die richtige Bedeutung aus dem Zusammenhang oder anhand der Schriftzeichen. Die Grammatik: Die guten Nachrichten zuerst: Es gibt (außer Ausnahmen) keinen Plural, Substantive werden nie dekliniert, Artikel und Geschlecht sowie Fälle gibt es auch nicht. Und das Verb steht immer am Satzende. Jetzt die schlechten Nachrichten: Irgendwie muss man ja die Grammatik regeln. Im Japanischen geschieht dies mit Partikeln wie "ha" (sprich wa), "wo" (sprich o), "ga", "no", "de" und "ni", um die Wichtigsten zu nennen. Nur manchmal sind diese leicht zu erklären (zum Beispiel "no" als Genitivpartikel: watashi no ie; watashi=ich, ie=Haus, also ich+Genitivpartikel= mein,-> "mein Haus"). Und man regelt es mit Verbindungen. Japanisch ist agglutinierend, d.h. alle relevanten Endungen werden an das Verbende angefügt. Das Verb kann damit sehr lang werden! Beispiel: au (treffen) wird zu aitakunakatta (ich wollte ihn/sie nicht treffen). Das Verb ist oft nicht mehr wiederzuerkennen (z.B. suru -> shita, kuru->konai), aber dafür gibt's ja Schriftzeichen. Die japanische Satzstruktur ist somit zumeist gänzlich anders als die der indogermanischen Sprachen. Eine weitere Kostprobe?
Die Schrift: Pessimistisch gesagt ist meiner Meinung nach Japanisch, die Schrift betreffend, die schwerste Sprache. Japanisch selbst war dereinst schriftlos, und so führten Gelehrte ab dem 5.Jhd u.Z. Chinesische Schriftzeichen in Japan ein. Dummerweise hat Chinesisch mit Japanisch nicht das Geringste gemeinsam, weshalb die Zeichen in einem sehr langwierigen Prozess phonetisch adaptiert werden mussten. Zusätzlich schuf man im 9. bis 11. Jhd. zwei Silbenalphabete (sog. Kana): Zuerst die rundlichen Hiragana (einst Frauenschrift), später die kantigen Katakana (die Mönche für ihre Mitschriften entwickelten). Man kann jedes japanische Wort mit diesen Zeichen (46 Zeichen bei beiden) schreiben. Da es aber, wie eingangs erwähnt, so viele Homonyme gibt, sind nur mit Kana geschriebene Sätze sehr schwer lesbar und oft kaum zu verstehen. Aufgrund der langwierigen Adaption der Schriftzeichen - diese heißen Kanji - bildeten sich verschiedene Lesarten: die sino-japanische (sprich an die chinesische Originallesung angelehnte), sog. on-Lesung und die rein japanische kun-Lesung. Die meisten Zeichen haben beide Lesarten, manche nur eine davon und noch andere mehr als zwei. Beispiel gefällig? Das Kanji hat 12 verschiedene Lesungen (on-Lesung: ka, ge; kun-Lesung: shita, shimo, moto, sageru, sagaru, kudaru, kudasu, kudasaru, orosu und oriru). Zwar besteht Chinesisch ausschließlich aus Schriftzeichen, aber dort gibt es in der Regel nur eine, selten zwei Lesarten, wodurch Chinesisch leichter zu erlernen ist. Geschriebenes Japanisch der heutigen Zeit ist eine bunte Mischung aus Hiragana, Katakana und Kanji. Fremdsprachen (gairaigo) werden in Katakana geschrieben. Grammatikalische Bestandteile, werden fast ausschließlich mit Hiragana geschrieben. Aufgrund der Masse chinesischer Wörter im Japanischen, können Japaner und Japanischkundige eine chinesische Zeitung halbwegs lesen (genauer gesagt den Inhalt verstehen). Verben bestehen fast immer aus einem Kanji als Wortstamm und der Endung, welche immer mit Hiragana geschrieben wird. Es gibt also Sätze, wo alle drei Schriftsysteme Verwendung finden. Zwischen den Wörtern werden keine Leerzeichen gesetzt. Hiragana werden auch benutzt wenn die Schriftzeichen für ein Wort außer Mode gekommen sind. In manchen Fällen, zur Begrenzung der Anzahl der Zeichen, werden auch komplizierte Zeichen durch einfachere Zeichen ähnlicher Bedeutung und gleicher Lesung ersetzt. Die Schriftzeichen: Das umfassendste Kompendium enthält über 50000 Schriftzeichen. In Ostasien sind aber "nur" noch etwa 10000 davon in Gebrauch. In Japan sind etwa 6000 in Gebrauch, wovon wiederum etwa 3000 regelmäßig in Gebrauch sind. Das Kultusministerium wählte sogenannte Jôyô-Kanji (Kanji des alltäglichen Gebrauchs) aus - insgesamt 1945 Stück, die in der Schule gelehrt werden, mit der Empfehlung, sich überall auf die Benutzung dieser Kanji zu beschränken. Das wird aber nicht getan. Benutzt werden, wie gesagt, wesentlich mehr. Auf den ersten Blick sehen Kanji eventuell alle gleich aus. In Wirklichkeit gibt es ein System, bestehend aus 214 Elementen (sog. Radikale), die meist sinngebend sind, und vielen anderen, sich oft wiederholenden, lautbestimmenden Elementen. Kanji zu lernen ist natürlich anfangs schwer, doch hat man einmal das System raus, geht es relativ schnell. Wichtig bei Kanji ist es nicht nur, die Lesung zu lernen, sondern auch die Strichfolge, denn dafür gibt es feste Regeln. Diese werden vor allem in der hohen Schule der Kalligraphie von hoher Bedeutung. Auch im Japanischen gibt es eine Handschrift und somit auch "Sauklauen". Hält man sich dabei nicht an die Strichfolge, sind die Kanji zumeist unleserlich. Einfach abpinseln ist also nicht. Kanji bestehen aus 1 bis 64 Strichen, der Durchschnitt liegt bei etwa 11 Strichen. Die Kana: Die Kana entstanden aus Schriftzeichen gleicher Lesung und haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig durchgesetzt. Vorher benutzte man nur Kanji bzw. Kanji und Katakana. Einige Hiragana ähneln den entsprechenden Katakana. Erfahrungsgemäß sind Hiragana schneller erlernbar, auch bei den Kana gilt zudem: Die Strichfolge ist wichtig. Hier eine Tabelle sämtlicher Kana:
Dazu ein paar Bemerkungen: "i" und "e" in der Spalte unten links sind nicht mehr in Gebrauch. Die Silbe "wo" wird "o" gelesen - einer der Partikel. Wird die Silbe "ha" als Partikel benutzt, liest man sie "wa". Fügt man zwei Striche an die Silben mit k, s , t, h, so wird daraus g, z, d und b. Achtung: <s> und <z> werden englisch gelesen, also s ist wie ß und z wie s. Deshalb sprechen Deutsche das Wort "Kamikaze" permanent falsch aus - es heißt nämlich "Kamikase". Die Silbe "ei" wird als langes "e" gelesen. Keiko (ein Frauenname) wird also nicht "Kaiko" gelesen, denn das bedeutet "Seidenraupe" (als Kosename denkbar ungeeignet), sondern "Kekô". Weitere Ausnahmen: <tsu> wird zu <zu>, <chi> und <shi> werden zu <ji> (wie in "Gin"). Fügt man einen kleinen Kreis an die Silben mit <h>, so wird daraus <p>. Kommen in die Wortmitte ein <tsu> und danach ein k, s, t, h vor, so wird aus dem nachfolgenden Konsonanten ein Doppelkonsonant, also kk, ss, tt, pp. Zum Beispiel ketsu-kô wird automatisch zu kekô. Das <tsu> wird dann aber nur halb so groß geschrieben: ist Kappa, entstanden aus den Silben katsu und ha. Fügt man an eine Silbe mit <i> ein kleines "ya", "yu" oder "yo" an, so verschmelzen die Silben: Aus <ki> + kleines <yo> wird <kyo>. ist somit <kyô>. Fügt man an eine -o oder -u - Silbe ein <u> an, werden diese zu Langvokalen (ô und û). Aufgrund der Silbenstruktur müssen Fremdwörter der japanischen Phonetik angepasst werden: Man kann mit Katakana nicht einfach <Berlin> schreiben. 1.) gibt es kein richtiges r oder l sondern nur ein Zwischending, 2.) gibt es außer n keine freistehenden Konsonanten. In diesem Fall schreibt man bei aufeinanderfolgenden Konsonanten die -u - Silbe. Berlin wird damit zu , also <Berurin>. Das geht noch - aber wie sieht es mit <furankufuruto> (Frankfurt) oder <raiputsihi> (Leipzig) aus? Schlusswort: Wer bis hier gelesen hat, wird eventuell den geplanten Abendkurs für Japanisch noch mal "überschlafen" wollen. Muss nicht sein! Zum Einen will man nicht japanischer als die Japaner sprechen lernen, und zum Anderen hat eine Fremdsprache noch niemandem geschadet. Ich selbst habe mich auch mit anderen asiatischen Sprachen ( z.B. Thai ) "auseinandergesetzt". Eine Erkenntnis kann ich auf jedem Fall mit auf den Weg geben: Man lernt am besten diese Sprachen, wenn man sich eingehend mit Traditionen und Kultur dieser Länder beschäftigt. Man lernt diese Sprachen meiner Meinung nach zur Hälfte mit dem Herzen...
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